Das Fallen unter der Last des Kreuzes


Wenn man selber schwach ist, keine Kraft mehr hat, kann man sich gut hineinversetzen in diesen
Kreuztragenden Jesus, dem das Kreuz zu schwer wird, der darunter zusammenbricht. So können auch
uns Menschen Kreuze, die uns auferlegt werden, manchmal zu schwer werden oder zuviele. Und wir
brechen erst einmal zusammen unter dieser Last.


Da hilft mir der Kreuzweg. Jesus hat dies alles auch schon miterlebt, er hat es am eigenen Leib
erfahren. Er blieb auf dem Kreuzweg nicht der umjubelte Held, sondern er brach zusammen unter
der Last des Kreuzes. Diese Erfahrung hat er uns voraus. Das gibt mir Kraft, zu wissen, wir haben
einen Gott, der sich in so einer Situation bei uns voll mit hineinfühlen kann. Ja, so nahe ist unser Gott.

Aber er ist nicht liegen geblieben. Er ist wieder aufgestanden. Auch das gibt Kraft. Zu sehen, die
Kräfte kommen zurück, wir können unseren Weg wieder weitergehen.

Und auf dem Weg tun sich auf
einmal Menschen auf, die mein Kreuz mittragen, wenn es mir zu schwer wird, wenn ich es allein
nicht mehr tragen kann. Ja, das war nicht nur auf dem Kreuzweg Jesu so. Das gilt auch heute, das
geschieht auch heute, das ist für mich lebendige Glaubenserfahrung im Heute, dass Menschen da am
Weg sind, die helfen das Kreuz zu tragen.


Jesus fällt dreimal unter dem Kreuz. Es bleibt nicht bei einer einmaligen Schwäche, dass halt einmal
die Kraft ausgeht. Das kann immer wieder passieren. Und immer wieder gilt es dann, wieder
aufzustehen, vielleicht noch schwach, aber aufstehen, und langsam und vorsichtig weitergehen.


Auf die große Auferstehung warten wir in diesen Kartagen. Ja, dass selbst der Tod nicht ein
Zusammenbruch ist, der das Ende ist, sondern ein Durchgang zum neuen Leben durch die
Auferstehung Jesu. Das feiern wir dann in der Osternacht und an Ostern.

Vor der Kreuzverehrung fallen Pfarrer und Ministranten in Abständen dreimal nieder. Das erinnert an
dieses dreimalige Fallen Jesu auf dem Kreuzweg nach Golgotha. In der Osternacht wird an den
gleichen drei Stellen dreimal das Lumen Christi gesungen. Genau da wo wir gefallen sind, geschieht
Auferstehung, wird das neue Leben erfahrbar.


So dürfen wir der Tiefe dieser schlichten, aber tiefen Liturgien dieser Tage trauen, als tiefe
Erfahrungen für unseren christlichen Osterglauben. Amen

dav

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